Urbanskills welcomes Katharina Geber 11. April 2018 – Veröffentlicht in: Allgemein

“The earth is art – the photographer is only a witness“ – Quote by Yann Arthus-Bertrand

Eine Aussage die 2018 nicht aktueller sein kann. Das digitale Zeitalter ermöglicht jedem von uns mit der Hilfe eines Fotoapparates oder Smartphones Momente und Augenblicke überall auf der Welt einzufangen und über diverse Social Media Plattformen nicht nur mit Freunden und Familie zu teilen.

Das Handwerk des Fotografen wurde durch das Zeitalter der Digitalisierung nicht nur stark beeinflusst sondern zum Teil auch nicht nur in positive Richtungen beeinflusst.

Talent alleine und das Auge für besondere Momente reicht nicht mehr zwingend aus, um aus der Masse heraus zu stechen.

Auf der Suche nach genau diesen Momenten sind wir auf Katharina Geber (aka Holly) aufmerksam geworden.

Holly @ Facebook & Instagram

Ihre Art & Weise der “double exposure“ Fotografie ist nur ein Aspekt, wieso wir große Fans Ihrer Arbeit sind und gleichzeitig froh, ab sofort mit Ihr zusammen arbeiten zu dürfen.

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Urbanskills | Holly. Eine Kamera deiner Wahl samt eines ganzen Tags nur um Fotos zu machen – vor dir steht ein Auto welches dich ans Meer in die Berge oder durch eine Großstadt fährt. Wofür entscheidest du dich spontan und wieso?

Holly | Wenn ich wählen darf, entscheide ich mich für eine Großformat – damit möchte ich mich in Zukunft mehr auseinandersetzen. Und auf jeden Fall geht es in die Berge, z.B. nach Skandinavien. Die Natur dort macht mich im positiven Sinne fertig! Es ist atemberaubend zwischen diesen steinernen Riesen zu stehen und die unberührte Natur zu sehen. Auf einem Gipfel angekommen ist die Weite einfach unbeschreiblich…

 

Urbanskills | Um die Leidenschaft für Fotografie komplett von hinten aufzurollen. Kannst du dich an den einen Moment erinnern, wo du dich in diese verliebt hast oder war es ein längerer Prozess?

Holly | Mein Vater hat früher viel fotografiert. Das fand ich immer schon cool, weil er so viele tolle Erinnerungen auf ewig  für uns festgehalten hat. Zur analogen Fotografie bin ich durch ein paar Künstler gekommen, über die ich ironischer Weise im Internet gestolpert bin. Ich arbeite in der Werbebranche, wo oft alles aufgesetzt und zu perfekt ist. Ich finde das Unperfekte im Analogen herrlich. Analoge Fotografie ist einfach ehrlich und trotzdem sehr facettenreich.

 

Urbanskills | Wie im Intro aufgegeben, hat sich durch das Zeitalter der Digitalisierung viel in der Sparte Fotografie getan. Gibt es für dich persönlich aus dem Bauch heraus 1-2 Vor- und gleichzeitig Nachteile dieser Entwicklung?

Holly | Der Vorteil ist, dass sich immer mehr Leute damit auseinandersetzen, wie ein schönes Foto zustande kommt, auch wenn es nur mit dem Handy ist. Andererseits wird durch die digitale Fotografie alles inflationärer. Anstatt sich auf das eine Motiv zu konzentrieren, wird der Auslöser immer schneller und beliebiger betätigt.

 

Urbanskills | Die Art der “double exposure“ Fotografie ist nur eine Facette deines Portfolios. Versuchst du gern Stile und Richtungen aus oder hast bzw. hattest von vorne rein konkrete Vorstellungen, was du machen willst?

Holly | Die Doppelbelichtungen waren tatsächlich eher ein Zufallsprodukt. Mittlerweile versuche ich diese natürlich gezielt einzusetzen. Zum Beispiel bei meinen Landschaftsaufnahmen, da dienen mir die Mehrfachbelichtungen dazu, das Motiv abstrakt darzustellen. Oder neulich erst ist mir ein „Fehler“ unterlaufen. Der Film war noch nicht ganz zurückgespult und ich habe die Klappe schon geöffnet. Nach reichlich Schiss bei der Entwicklung habe ich festgestellt, dass es einen coolen Effekt hatte – die Aufnahmen bekamen einen leichten Rotverlauf. Demnächst werde ich diesen „Fehler“ also absichtlich machen ;). Kurzum, die Stile entwickeln sich eher beim Machen und wenn‘s mir gefällt, verfolge ich diese weiter.

 

Urbanskills | Das Medium der Fotografie, findet man heutzutage nicht nur in Gallerein oder Museen sondern ebenfalls als Bestandteil der Street und Urban Art Szene. Gibt es ggf. Schnittstellen die du im Zuge eine Colabo mit einem Street- oder Urban Artist ausprobieren wollen würdest?

Holly | Zum einen finde ich es immer spannend, Künstlerinnen und Künstler zu begleiten und den Prozess ihrer Kunst mit meiner Art der Fotografie zu unterstreichen. Zum anderen könnte ich mir eine Colabo mit einer/einem abstrakten Künstler/in gut vorstellen. Ich glaube das wäre spannend, weil man zwei Wege – malerisch und fotografisch/technisch – zur Abstraktion darstellen könnte.

 

Urbanskills | Man kennt von Fotografen vor allem aus den Anfangszeiten Geschichten von Jobs, die diverse Kopfschmerzen (Hallo an alle Hochzeitsfotografen 😉 mit sich bringen. Kannst du dich an solch einen Auftrag erinnern?

Holly | Oh ja, das war ein  digitaler Job für ein Magazin im ersten Jahr meiner Ausbildung. Es sollte eine Reihe über Medizin werden und ich sollte Krankenhäuser und einige Ärzte dafür ablichten. Nicht nur, dass ich furchtbare Angst vor Krankenhäusern habe, die Krankenhäuser waren auch einfach unfassbar hässlich. Es sollte alles schnell gehen und das Wetter war völlig ungeeignet. Die Ärzte, die ich fotografieren sollte, hatten kaum Zeit und ich war viel zu aufgeregt… es war wirklich furchtbar.

 

Urbanskills | Abschließend vom Projekt mit Kopfschmerzen zu Tagträumen. Du kannst deine erste eigene Ausstellung gestallten von A bis Z. Wie würde diese aussehen.

Holly | Meine erste Ausstellung wäre relativ klein, in einer verwinkelten Galerie. Ich würde vielleicht  an die 15 Werke zeigen wollen, dafür aber in verschiedensten Formen. Verschiedene Drucke, verschieden Materialien, verschiedene Größen – eine Ausstellung wäre eine schöne Möglichkeit, unterschiedliche Darstellungsformen auszuprobieren und zusammenzubringen.